Migranten können Jobs in Deutschland jetzt per Chancenkarte erhalten

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Talente a la Carte
Migranten können Jobs in Deutschland jetzt per Chancenkarte erhalten




Quelle: dpa


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Migranten auf dem Weg zu einem Job in Deutschland können sich seit Samstag um eine sogenannte Chancenkarte bemühen, wie die dpa erfahren hat.

Seit Samstag können ausländische Fachkräfte per Chancenkarte einen Job in Deutschland anstreben. Die Politik ist stolz auf die, wie es heißt, historische Reform. Hier einige Details.

(Bild: B. Knettmann)

Mit der Chancenkarte ist der dritte Teil des reformierten Fachkräfteeinwanderungsgesetzes in Kraft getreten, das die Ampel-Koalition im vergangenen Jahr beschlossen hatte. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) kommentierte: „Wir sorgen dafür, dass die Arbeits- und Fachkräfte in unser Land kommen können, die unsere Wirtschaft seit Jahren dringend braucht.“ Ihr für Arbeit zuständiger Kabinettskollege Hubertus Heil (SPD) merkt dazu an: „Fachkräftesicherung ist Wohlstandssicherung.“ Deutschland müsse demnach alle inländischen Potenziale nutzen und brauche gleichzeitig qualifizierte Zuwanderung aus dem Ausland. Genauer gesagt, richtet sich die Chancenkarte an jobsuchende Menschen, die nicht aus der Europäischen Union stammen. Das Instrument soll den Zuzug von qualifizierten Arbeitskräften nach Deutschland erleichtern. Ein Vertrag mit einem Arbeitgeber in Deutschland ist dabei keine Voraussetzung, wie die Politiker betonen. Die Grundvoraussetzung ist aber eine im Erwerbsland staatlich anerkannte, mindestens zweijährige Berufsausbildung, oder ein entsprechender Hochschulabschluss sowie Sprachkenntnisse in Deutsch oder Englisch.

Demnächst auch Arbeitskräfte aus den Westbalkanstaaten

Je nach Sprachkenntnis, Berufserfahrung, Alter und Deutschlandbezug bekommen Interessierte Punkte, die sie zum Erhalt der Chancenkarte berechtigen, wie es zu dem Modalitäten heißt. Auch für Qualifikationen in Engpassberufen gibt es Punkte. Mit der Karte könnten Nicht-EU-Ausländer dann nach Deutschland kommen. Sie haben dann ein Jahr lang Zeit, sich einen festen Job zu suchen. Talente aus aller Welt sollen kommen, um zu bleiben. Das stabilisiere auch Rente oder Krankenversicherung und sorge mit dafür, dass Krankenhäuser und Pflegeheime, mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe ihre Stellen besetzen könnten. Die FDP bezeichnet diese Idee als historische Reform, weil das deutsche Einwanderungsrecht so mit den Regelungen der erfolgreichsten Einwanderungsländern übereinstimmt. Dazu gehören Kanada, Neuseeland oder Australien. Mit dem Punktesystem könne die Zuwanderung in puncto Ausbildung, Berufserfahrung, Sprachkenntnisse und Alter außerdem gut gesteuert werden. Ausgeweitet werden ab dem 1. Juni außerdem die Möglichkeiten für Arbeitskräfte aus den Westbalkanstaaten, die einen Job in Deutschland wollen. Davon könnten auch Ungelernte profitieren. Allerdings müsse vorab einen Arbeitsvertrag nachweisen, wer über die sogenannte Westbalkanregelung einreisen wolle.

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